Lightroom Updates sind immer gut. Im Mai 2026 gab es mal wieder ein paar neue Funktionen, und ja, ohne KI geht es natürlich auch in Lightroom nicht. Erfahre in diesem Beitrag, welche 6 neuen Features dazugekommen sind.
Neue Features werden immer in einem PopUp eingeblendet, wenn du Lightroom (oder auch Photoshop) das erste Mal nach dem Update öffnest. Das Titelbild von diesem Beitrag ist ein Screenshot davon. Du findest die Info später auch unter Hilfe > Neue Funktionen…
In der linken Spalte gibt es eine Art Inhaltsverzeichnis über die neuen Funktionen. Es fällt auf, dass die die „Kapitel“ nicht immer die selben sind wie rechts in der Erklärung. Das Thema „Firefly Boards aus Lightroom“ wurde nämlich nicht aufgelistet. Somit sind es eigentlich und streng genommen 7 Neuerungen. Anyway, ich habe sie nachfolgend in der selben Reihenfolge wie Lightroom aufgeführt. Und die Firefly Boards findest du am Ende. Viel Spass dabei.
Inhalt
ToggleSony a7R VI: RAW-Support ist da
Den Anfang macht ein Klassiker jeder Adobe-Aktualisierung: neue Kameraunterstützung. Konkret kannst du jetzt die RAW-Dateien der Sony a7R VI direkt in Lightroom Classic und Lightroom Desktop entwickeln und mit Enhance verbessern. Adobe stuft die Unterstützung noch als vorläufig ein, in der Praxis funktioniert der Import aber sauber.
Zur Einordnung des Zeitplans: Camera Raw und der DNG Converter erhielten den a7R-VI-Support bereits ab dem 19. Mai 2026, Lightroom Desktop und Classic zogen ab dem 27. Mai nach. Wer eine ältere Lightroom-Version nutzt und nicht updaten will, kann die Dateien über den kostenlosen DNG Converter umwandeln – das ist der bewährte Notausgang.
Relevant ist das vor allem dann, wenn du mit einer brandneuen Kamera arbeitest: Neue Modelle haben fast immer eine Übergangsphase, in der Adobe das proprietäre RAW-Format erst nachbauen muss. Genau diese Wartezeit verkürzt sich hier.
Bearbeiten: KI-Funktionen laufen jetzt im Hintergrund
Das ist die Neuerung, die Adobe im Update-Fenster gross bebildert – und das zu Recht. Die rechenintensiven KI-Verbesserungen Entrauschen, Raw-Details und Super Auflösung sowie KI-Anpassungen, die du über Batch-Workflows anwendest – also Kopieren/Einfügen, Presets, Synchronisieren und automatisches Synchronisieren – laufen jetzt als ein einziger Hintergrundprozess. Während Lightroom rechnet, bleibt die App bedienbar.
Warum das im Alltag so viel ausmacht
Bisher hat Entrauschen den Arbeitsfluss zerschnitten. Du hast den Befehl gestartet, ein Fortschrittsbalken erschien, und für die Dauer der Berechnung war Lightroom blockiert. Bei einem einzelnen Bild verschmerzbar, bei 200 Astro- oder Hochzeitsaufnahmen ein echter Zeitfresser.
Jetzt stösst du die KI-Verbesserung für eine ganze Auswahl an und arbeitest parallel weiter: Bilder bewerten, Sterne vergeben, den nächsten Ordner sichten. Die Berechnung tickt im Hintergrund durch. Für alle, die im Batch arbeiten, ist das der grösste Effizienzgewinn seit der Einführung von KI-Entrauschen überhaupt.
Ein Hinweis zu KI-Einstellungen beim Export
Im Zusammenspiel damit kann beim Export ein neuer Dialog „AI Updates Required“ erscheinen. Er weist dich darauf hin, wenn einzelne Bilder KI-Einstellungen enthalten, die vor dem Export noch aktualisiert werden müssen. Kurz bestätigen, fertig – aber gut zu wissen, damit dich der Dialog nicht überrascht.
Leistung: Mehr Tempo im Develop-Modul
Performance ist der zweite rote Faden dieses Updates. Die wichtigsten Verbesserungen:
- Interaktivere Regler: Die Schieberegler reagieren bei globalen und lokalen Anpassungen flüssiger. Gerade beim Feintuning mit Masken merkst du das sofort.
- Bessere Speichernutzung im Vollbild: Das Vollbild-Fenster geht effizienter mit dem Arbeitsspeicher um – relevant für ältere oder knapp bestückte Rechner.
- Schnellere Panels: Presets, Profile und die Distraction-Removal-Werkzeuge bauen sich zügiger auf.
- Schnellerer Cloud-Download: Das Herunterladen aus der Cloud wurde beschleunigt (dazu gleich mehr im Sync-Abschnitt).
Unterm Strich fühlt sich das Entwickeln direkter an. Das ist keine spektakuläre Schlagzeile, aber genau die Art von Politur, die man nach ein paar Tagen nicht mehr missen will.
Bibliothek: Schneller und treffsicherer aussortieren
In der Bibliothek dreht sich alles um Assisted Culling, also die KI-gestützte Vorauswahl deiner besten Bilder. Drei Punkte stechen heraus:
- Offene Blende wird besser erkannt. Wer mit f/1.4 oder f/1.8 arbeitet und bewusst einen unscharfen Hintergrund setzt, kennt das alte Problem: Lightroom hielt den Bokeh-Hintergrund für „unscharf“ und wollte das Bild aussortieren. Die Fokuserkennung wurde genau dafür verbessert – weniger Fehl-Aussortierungen bei gewollter geringer Schärfentiefe.
- Genauerer Reject-Filter. Die Logik, mit der Bilder zum Aussortieren vorgeschlagen werden, arbeitet über mehr Szenarien hinweg präziser.
- Neuer Schieberegler für Belichtung. Du kannst jetzt feiner steuern, wie streng Belichtungsprobleme markiert werden. Das gibt dir die Kontrolle zurück, statt dich der KI-Einschätzung auszuliefern.
Für Event- oder Porträtfotografen mit mehreren hundert Bildern pro Shooting ist gutes Culling oft die unterschätzte halbe Arbeitszeit. Hier wird sie spürbar entlastet.
Synchronisieren: Cloud-Workflow wird runder
Beim Thema Synchronisieren geht es vor allem um Geschwindigkeit und Dateiformate:
- Schnellerer Cloud-Sync-Download: Bilder aus der Cloud landen zügiger auf deinem Rechner.
- PSB-Dateien in der Cloud: Sehr grosse Photoshop-Dateien (PSB) lassen sich jetzt in die Cloud und zurück synchronisieren. Für aufwendige Composites oder Panoramen, die das PSD-Limit sprengen, ist das eine echte Erleichterung.
Wenn du über mehrere Geräte hinweg arbeitest – Desktop im Studio, unterwegs am Laptop oder mobil – profitierst du hier am meisten.
Presets: Film-Looks und Firefly-Moodboards
Zum Schluss der kreative Teil. Zwei Neuerungen:
Neue Film-inspirierte Presets. Lightroom bringt zwölf neue Presets in der Gruppe „Style: Film Inspired“ mit, ergänzt um passende Profile im Profil-Browser. Sie ahmen keine konkreten Filmsorten nach, sondern liefern allgemeine analoge Looks mit Namen wie Warm Gold, Faded Blue oder Deep Sage. Beim Drüberfahren bekommst du eine Live-Vorschau, bevor du dich festlegst. Mein Tipp: Warm Gold macht bei warmem Abendlicht – etwa an der Luzerner Seepromenade zur goldenen Stunde – richtig Laune.
Firefly-Moodboards. Firefly Boards ist Adobes browserbasierte Leinwand zum Sammeln, Anordnen und KI-gestützten Weiterentwickeln von Bildideen. Neu kannst du Fotos direkt aus deinem Lightroom-Katalog dorthin schicken: In Classic über „Generieren mit Firefly“ > „Moodboard starten“ (oder per Rechtsklick), in Lightroom Desktop über das Teilen-Menü. Wichtig: Dabei wird nichts exportiert – die Bilder gehen direkt an das Board, maximal zehn Stück. Das Board selbst öffnet sich im Webbrowser und läuft ausserhalb von Lightroom. Dort kannst du dann auch Bilder von ausserhalb reinziehen, Notizen ergänzen und Ideen ausprobieren, ohne deine Originale anzutasten. Praktisch für die Vorbereitung eines Shootings, wenn du Inspiration und Farbwelten sammeln willst, ohne deinen Katalog vollzumüllen. Wichtig zu wissen: Die generativen Funktionen in Firefly verbrauchen Credits, die KI-Verbesserungen aus dem Bearbeiten-Bereich (Entrauschen & Co.) hingegen nicht.
Lohnt sich das Update?
Kurz und praxisnah, nach Nutzertyp:
- Du bearbeitest viele Bilder am Stück (Events, Astro, Reisen): Klares Ja. Allein das Hintergrund-Entrauschen holt dir spürbar Zeit zurück.
- Du fotografierst gern mit offener Blende: Ja. Das verbesserte Culling nervt dich künftig weniger, da (Un)Schärfe besser erkannt wird.
- Du arbeitest geräteübergreifend mit der Cloud: Ja, wegen der schnelleren Syncs und PSB-Unterstützung.
- Du bearbeitest nur gelegentlich einzelne Bilder: Das Update schadet nicht, ist aber kein Muss. Die flüssigeren Regler nimmst du trotzdem gerne mit.
Updaten kannst du wie gewohnt über die Creative-Cloud-App. Ein kurzer Katalog-Backup vor grösseren Versionssprüngen ist nie verkehrt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Verbrauchen die KI-Funktionen im Hintergrund Credits?
Nein. Entrauschen, Raw-Details und Super Auflösung sowie KI-Anpassungen über Kopieren/Einfügen, Presets und Synchronisieren laufen credit-frei. Credits fallen nur bei den generativen Firefly-Funktionen an, etwa beim Erstellen von Moodboards oder generierten Bildinhalten.
Kann ich in Lightroom weiterarbeiten, während Entrauschen läuft?
Ja, genau das ist die Hauptneuerung. Die KI-Verbesserungen laufen jetzt als Hintergrundprozess, sodass die App bedienbar bleibt. Du kannst parallel sichten, bewerten und entwickeln.
Wird die Sony a7R VI in Lightroom unterstützt?
Ja. Lightroom Classic und Lightroom Desktop unterstützen die RAW-Dateien der Sony a7R VI ab dem 27. Mai 2026, Camera Raw und der DNG Converter bereits ab dem 19. Mai. Adobe bezeichnet die Unterstützung als vorläufig.
Wo finde ich die neuen Film-Presets?
Im Presets-Panel unter der Gruppe „Style: Film Inspired“. Es sind zwölf neue Presets mit Namen wie Warm Gold, Faded Blue und Deep Sage, dazu die passenden Profile im Profil-Browser.
Betrifft das Update Lightroom Classic oder die Cloud-Version?
Beide. Die Neuerungen verteilen sich über Lightroom Classic, Lightroom Desktop und in Teilen die mobilen Apps. Das hier gezeigte „Neue Funktionen“-Panel stammt aus Lightroom Classic.