Wer mit Lightroom Classic arbeitet, kennt das Problem: Der Katalog wächst Jahr für Jahr, aber verschlagwortet ist nur ein Bruchteil der Bilder. Genau hier setzt Excire Search an. Das Plugin bringt eine KI-Suche und automatische Keywords direkt in Lightroom Classic, ohne dass du eine zweite Software öffnen musst. Ich bin bei meiner Suche nach Tools, die Bilder per KI verschlagworten, auf Excire gestossen und habe mir neben der eigenständigen Software auch das Lightroom-Plugin genau angeschaut.
Zur Transparenz: Ich habe Excire Search nicht über längere Zeit selbst im Einsatz. Dieser Review stützt sich auf Herstellerangaben, die Excire-Support-Dokumentation und unabhängige Testberichte. Gesponserte Artikel habe ich als solche gekennzeichnet oder nicht als Beleg verwendet. Alle Angaben beziehen sich auf Excire Search 2026 (Stand September 2026), die Quellen sind im Text verlinkt.
Wenn du wissen möchtest, wie sich das Plugin von der eigenständigen Software unterscheidet, lies ergänzend meinen Review zu Excire Foto 2027. Dort findest du auch eine Übersicht weiterer Tools zur KI-Verschlagwortung.
Was ist Excire Search?
Excire Search ist ein Plugin für Adobe Lightroom Classic. Es funktioniert nicht eigenständig, sondern nur innerhalb von Lightroom Classic, wie der Händler B&H ausdrücklich festhält. Das Plugin analysiert die Bilder in deinem Katalog mit künstlicher Intelligenz, erzeugt automatisch Keywords und macht deinen Katalog über Freitext, Ähnlichkeit, Personen und Gesichter durchsuchbar.
Die aktuelle Version heisst Excire Search 2026 und ist laut Excire am 17. September 2025 erschienen. Aktuell ist laut Download-Seite der Build 5.0.6. Eine Version 2027 gibt es bisher nur für die eigenständige Software Excire Foto, nicht für das Plugin.
Der Unterschied zu Excire Foto ist schnell erklärt: Excire Foto ist eine eigene Bildverwaltung mit eigener Oberfläche, Excire Search lebt im Lightroom-Katalog. Laut Excire-Support nutzen beide Produkte getrennte Datenbanken. Die Analyse deiner Bilder lässt sich also nicht zwischen den beiden Programmen teilen. Wer Lightroom Classic als zentrale Bildverwaltung nutzt, ist mit dem Plugin in der Regel besser bedient.
Für dich heisst das: Du installierst das Plugin, initialisierst deinen Katalog und arbeitest danach wie gewohnt in Lightroom weiter.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick
Laut Produktseite erkennt die KI Gesichter, Objekte, Szenen, Farben, Lichtstimmungen, Emotionen und Bewegungen. Die gesamte Analyse läuft zu 100 Prozent lokal auf deinem Computer, ohne Cloud.
Automatische Keywords
Das Plugin vergibt beim Einlesen automatisch Schlagworte und überträgt sie auf Wunsch in deinen Lightroom-Katalog. Beim Export kannst du laut Excire-Support festlegen, ob die Keywords als flache Liste, als Hierarchie oder gar nicht in die exportierten Dateien geschrieben werden.
Suche nach Text, Ähnlichkeit, Personen und Ästhetik
Du kannst per Freitext suchen, ein Beispielbild als Vorlage nehmen, nach Personen und Gesichtern filtern oder nach Keywords und einer ästhetischen Bewertung sortieren. Laut digitalkamera.de gehören auch eine Farbsuche und sogenannte Auswahlprojekte dazu.
KI-Culling und Schärfeprüfung
Neu in der Version 2026 ist das konfigurierbare Aussortieren. Das Plugin gruppiert Bilder nach Ähnlichkeit, Personen, Inhalt, Aufnahmedatum oder Serie und wählt pro Gruppe die besten Bilder aus. Kriterien sind Schärfe, Ästhetik, Augen- und Gesichtsschärfe sowie Lächeln. Hinzu kommt eine Duplikatsuche.
Videoanalyse
Videos analysiert Excire Search laut Photofocus anhand repräsentativer Einzelbilder, damit auch Clips über die Inhaltssuche auffindbar werden.
Was ist neu in Excire Search 2026?
Die Version 2026 hat vor allem das Aussortieren und die Bedienung ausgebaut. Die wichtigsten Neuerungen laut Photofocus und Produktseite sind die folgenden:
- Konfigurierbares KI-Culling: Gruppierung nach Szene und Personen, einstellbare Anzahl ausgewählter Bilder pro Gruppe.
- Erkennung der Gesichtsschärfe: Eine Fokusprüfung mit Zoom zeigt, ob Gesichter wirklich scharf sind.
- Videoanalyse: Clips werden anhand repräsentativer Einzelbilder indexiert.
- Excire Search Panel: Ein neues Bedienfeld für die Suche direkt in Lightroom.
- Neue Formate: Unterstützung für HEIC und PSD sowie Verbesserungen bei Panoramen.
Interessant ist der Vergleich mit Adobe selbst. Lightroom Classic hat seit Oktober 2025 ein eigenes KI-gestütztes Aussortieren (Assisted Culling). Excire hat dazu einen eigenen Vergleich veröffentlicht, in dem das Plugin schneller abschneidet. Da es sich um Herstellerinhalt handelt, solltest du die Zahlen als Orientierung verstehen, nicht als unabhängigen Beleg. Für die automatische Verschlagwortung und die KI-Suche bietet Lightroom Classic dagegen keine eingebaute Alternative. Genau dort liegt der eigentliche Mehrwert des Plugins.
Excire Search im Lightroom-Workflow
Damit die KI-Funktionen greifen, muss das Plugin deine Bilder zuerst analysieren. Excire nennt diesen Schritt «Initialisierung». Laut Excire-FAQ hängt die Dauer von deiner Hardware und deinen Laufwerken ab. Bei grossen Katalogen legt das Plugin automatisch Sicherungen an.
Die Excire-Datenbank liegt neben deinem Lightroom-Katalog. Liegt der Katalog auf einem Netzlaufwerk, lässt sich dieselbe Datenbank von mehreren Computern nutzen. Wichtig zu wissen: Die erzeugten Keywords liegen zuerst in der Excire-Datenbank. Damit du sie in der normalen Lightroom-Stichwortsuche findest, musst du sie in den Katalog übertragen.
Beim Import neuer Bilder widersprechen sich die Quellen. Digital Camera World berichtet, dass nach jedem Import eine manuelle Initialisierung nötig sei, wobei nur die neuen Bilder verarbeitet werden. Ein von Excire gesponserter Artikel bei PetaPixel beschreibt dagegen eine automatische Analyse. Teste dieses Verhalten in der Testversion am besten selbst. Vor grossen Lightroom-Updates empfiehlt Excire zudem, Katalog und Datenbank zu sichern. Mehr zu den Grundlagen des Katalogs findest du in Lightroom für Einsteiger.
Preise, Lizenz und Testversion
Excire Search wird ohne Abo als Einmalkauf verkauft. Die Lizenz gilt laut Excire-Shop für Mac und Windows, laut B&H für einen Nutzer auf mehreren persönlichen Geräten.
| Angebot | Preis | Quelle |
|---|---|---|
| Excire Search 2026 | CHF 199.00 in der Schweiz, international 199 Euro beziehungsweise 199 bis 229 US-Dollar | Excire, digitalkamera.de, Digital Camera World |
| Upgrade von Search 2024 | 69 US-Dollar | Photofocus |
| Upgrade von Search 2022 | 99 US-Dollar | Photofocus |
| Bundle mit Excire Foto 2027 | Preis im Shop | Excire-Shop |
| Testversion | kostenlos, 14 Tage, ohne Zahlungsmittel | Excire |
Beim Listenpreis gibt es Unterschiede zwischen den Quellen. digitalkamera.de nannte zum Start 199 Euro beziehungsweise 199 US-Dollar (Einführungspreis 179 Euro). Digital Camera World und B&H nennen im Jahr 2026 229 US-Dollar. Die Schweizer Produktseite zeigt im September 2026 einen Preis von CHF 199.00. Die kostenlose Testversion läuft 14 Tage und erfordert keine Zahlungsdaten. Nutze sie, um die Qualität der Keywords mit deinem eigenen Katalog zu prüfen, bevor du kaufst. Wer beide Excire-Produkte nutzen möchte, sollte das Bundle prüfen.
Rechnest du den Einmalpreis gegen ein zusätzliches Abo, amortisiert sich das Plugin nach einigen Jahren.
Systemanforderungen und Limiten
Laut Excire gelten folgende Mindestanforderungen:
- Lightroom Classic: Version 14 oder neuer
- Betriebssystem: Windows 10 oder 11, macOS 11 oder neuer
- Prozessor: 64-Bit-Mehrkernprozessor mit AVX-Unterstützung
- Arbeitsspeicher: mindestens 8 GB, empfohlen 16 GB
- Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch
Für Windows, Apple Silicon und Intel-Macs gibt es separate Downloads. Eine Grafikkarte wird in den offiziellen Anforderungen nicht verlangt.
Die grösste Limite ist die Zeit für die Erstanalyse. Digital Camera World brauchte für einen Katalog mit über 70’000 Bildern «mehrere Stunden», lobt aber die anschliessend sehr schnelle Suche. Gleichzeitig kritisiert der Test, dass die Suche gelegentlich Bilder übersieht. Plane die Initialisierung grosser Kataloge über Nacht ein. Weitere Limiten: Das Plugin funktioniert nur mit Lightroom Classic, nicht mit dem Cloud-basierten Lightroom, und es bietet keine eigenen Bearbeitungsfunktionen. Zudem kann ein grösseres Lightroom-Update laut Excire eine erneute Katalogisierung erfordern.
Prüfe vor dem Kauf ausserdem, ob deine Lightroom-Version mindestens 14 ist, sonst funktioniert das Plugin nicht.
Vor- und Nachteile von Excire Search
Die folgende Übersicht fasst Herstellerangaben und unabhängige Tests zusammen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Arbeitet direkt in Lightroom Classic, keine zweite Software | Funktioniert nur mit Lightroom Classic |
| Automatische Keywords, die in den Katalog übertragen werden | Relativ hoher Preis für ein Plugin |
| KI-Analyse vollständig lokal | Erstanalyse grosser Kataloge dauert Stunden |
| Freitext-, Ähnlichkeits-, Personen- und Farbsuche | Suche findet laut Test nicht immer alle passenden Bilder |
| KI-Culling mit Augen- und Gesichtsschärfe | Unklare Angaben zur Analyse neuer Importe |
| Einmalkauf, Lizenz für Mac und Windows | Grössere Lightroom-Updates können Neukatalogisierung erfordern |
| Oberfläche in fünf Sprachen inklusive Deutsch | Separate Datenbank neben dem Lightroom-Katalog |
Der grösste Pluspunkt ist die Integration: Du bleibst in deinem gewohnten Lightroom-Workflow und bekommst eine Suche, die Lightroom Classic selbst nicht bietet. Laut Digital Camera World ist das Plugin einfach zu bedienen und die Suche «beeindruckend schnell». Als Nachteile nennt der Test den hohen Preis, gelegentlich verpasste Treffer und den zusätzlichen Schritt nach Importen. Die Lernkurve beim Culling ist etwas steiler als bei der Suche. Für Nutzer, die Lightroom Classic ohnehin täglich verwenden, überwiegen die Vorteile klar.
Für wen lohnt sich Excire Search?
Excire Search lohnt sich vor allem, wenn Lightroom Classic deine zentrale Bildverwaltung ist und dein Katalog über die Jahre gewachsen ist, ohne konsequent verschlagwortet zu sein. Typische Anwender sind:
- Hochzeits-, Event- und Portraitfotografen, die grosse Serien aussortieren und Bilder bestimmter Personen schnell finden müssen.
- Fotografen mit Bildarchiv, die ältere Aufnahmen nachträglich mit Keywords versehen wollen. Bei einem Archiv wie meinen Fotos aus Luzern zeigt sich, wie wichtig saubere Schlagworte für die Auffindbarkeit sind.
- Datenschutzbewusste Anwender, die ihre Bilder nicht zur Analyse in eine Cloud laden wollen.
- Abo-Gegner, die für die KI-Funktionen kein weiteres Abo abschliessen möchten.
Weniger geeignet ist das Plugin, wenn du Capture One, Apple Fotos oder eine andere Software nutzt. Dann ist die eigenständige Lösung Excire Foto oder ein anderes Tool sinnvoller. Auch wer nur wenige Tausend Bilder hat oder hauptsächlich mit dem Cloud-Lightroom arbeitet, braucht das Plugin kaum. Das Cloud-Lightroom bietet seit April 2026 eine eigene Suche in natürlicher Sprache. Mehr dazu erfährst du in meinem Review zu den KI-Funktionen von Lightroom Classic.
Alternativen zu Excire Search
Je nach Workflow kommen verschiedene Alternativen infrage. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Optionen für Lightroom-Nutzer und darüber hinaus.
| Software | Art | Schwerpunkt | Preismodell |
|---|---|---|---|
| Excire Foto 2027 | Eigenständige Software | KI-Verwaltung ohne Lightroom | Einmalkauf |
| Lightroom Classic (Bordmittel) | Bildverwaltung | Gesichtserkennung, Assisted Culling, keine Auto-Keywords | Abo |
| Any Vision | Lightroom-Plugin | Keywords über Google-Cloud-KI | 14.95 US-Dollar plus Google-Kosten |
| MyKeyworder | Lightroom-Plugin | Keyword-Vorschläge per Bilderkennung online | kostenlos, Spende hebt Limite auf |
| Peakto | Eigenständig, nur Mac | KI-Suche über mehrere Kataloge | Abo oder Lifetime |
Excire Foto ist die Wahl, wenn du nicht an Lightroom gebunden sein willst. Lightroom Classic selbst bietet seit Version 15 ein KI-gestütztes Aussortieren und eine Gesichtserkennung, aber keine automatische Verschlagwortung nach Bildinhalten. Any Vision von John R. Ellis kostet laut Entwickler einmalig 14.95 US-Dollar und nutzt Google-Dienste, deren Kosten separat anfallen. Die Bilder werden dafür in die Cloud geschickt. MyKeyworder ist laut Anbieter kostenlos, braucht eine Internetverbindung und exportiert in der Gratisversion maximal 10 Keywords pro Bild. Mehr zu Peakto liest du in meinem Peakto-Review.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Funktioniert Excire Search ohne Lightroom Classic?
Nein. Excire Search ist ein reines Plugin für Adobe Lightroom Classic ab Version 14. Ohne Lightroom Classic lässt es sich nicht nutzen. Wer eine eigenständige Lösung sucht, greift zu Excire Foto.
Werden meine Bilder bei Excire Search in die Cloud hochgeladen?
Nein. Laut Hersteller läuft die gesamte KI-Analyse zu 100 Prozent lokal auf deinem Computer. Es werden keine Bilder hochgeladen.
Was kostet Excire Search?
Excire Search 2026 wird als Einmalkauf ohne Abo verkauft. In der Schweiz kostet das Plugin laut Produktseite CHF 199.00. Zum Start nannte Excire 199 Euro beziehungsweise 199 US-Dollar, im Jahr 2026 nennen Händler und Tests 229 US-Dollar. Upgrades von älteren Versionen sind vergünstigt. Eine Testversion gibt es für 14 Tage kostenlos.
Schreibt Excire Search Keywords in den Lightroom-Katalog?
Ja. Die Keywords entstehen bei der Analyse und werden zuerst in der Excire-Datenbank gespeichert. Anschliessend überträgst du sie in den Lightroom-Katalog, wo sie in der normalen Stichwortsuche erscheinen und beim Export mitgeschrieben werden können.
Was ist der Unterschied zwischen Excire Search und Excire Foto?
Excire Search ist ein Plugin für Lightroom Classic, Excire Foto eine eigenständige Bildverwaltung für Mac und Windows. Beide nutzen getrennte Datenbanken, die Analyse lässt sich nicht teilen.