Mylio Photos Review: KI-Fotoverwaltung ohne Cloud

von Roman Beer
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Mylio Photos KI-Suche auf Laptop und Smartphone – Screenshot für den Mylio-Review

Die meisten Bildverwaltungen denken nur an den Computer. Dabei entstehen viele Fotos heute auf dem Smartphone, liegen auf dem Laptop, auf externen Festplatten und in Google Fotos oder iCloud. Mylio Photos verfolgt einen anderen Ansatz: Die Software verbindet alle deine Geräte, analysiert die Bilder per KI direkt auf den Geräten und synchronisiert sie ohne zwingende Cloud. Ich bin bei meiner Suche nach Tools, die Bilder per KI verschlagworten, auf Mylio gestossen.

Zur Transparenz: Ich habe Mylio Photos nicht über längere Zeit selbst im Einsatz. Dieser Review stützt sich auf das offizielle Handbuch, die Release-Notes, die App-Store-Einträge und unabhängige Testberichte. Wichtig: Die unabhängigen Tests stammen aus den Jahren 2022 und 2023, also vor den aktuellen Preisen. Alle Angaben gelten für Mylio Photos 24.8 (Stand September 2026), die Quellen sind im Text verlinkt.

Mylio ist Teil meiner Reihe zu KI-Tools für die Bildverwaltung. Einen Vergleich mit einer Software zum Einmalkauf findest du in meinem Review zu Excire Foto 2027.

Was ist Mylio Photos?

Mylio Photos ist eine Bildverwaltung für Windows, macOS, iOS und Android des US-Unternehmens Mylio. Die Software organisiert Fotos und Videos über alle Geräte hinweg. Laut Mylio läuft die Synchronisation über eine verschlüsselte Peer-to-Peer-Verbindung direkt zwischen deinen Geräten, ein Cloud-Upload ist nicht nötig. Verschlüsselter Cloud-Speicher ist optional erhältlich.

Die aktuelle Version ist laut Release-Notes die 24.8 (Build 7902) vom 11. August 2026, eine Fehlerbehebungsversion. Die Version 24.8 vom Juli 2026 brachte Unterstützung für neue Sony-Kameras und JPEG-XL-DNG-Dateien.

Mylio versteht sich als zentrale Fotobibliothek für Privatpersonen und Fotografen, die ihre Bilder unabhängig von grossen Cloud-Anbietern verwalten wollen. Laut Handbuch importiert Mylio Bilder aus Instagram, Facebook, Flickr, Frame.io sowie aus Google Fotos über Google Takeout. Zudem lässt sich die Apple-Fotos-Mediathek und iCloud anbinden. Die App ist laut Handbuch auf Deutsch verfügbar, seit Juli 2022.

Damit richtet sich Mylio stärker an Privatpersonen und Familien als die anderen Tools dieser Reihe, bietet aber auch Funktionen für Fotografen.

Die KI-Funktionen im Überblick

Laut Handbuch laufen alle KI- und Bildanalysen von Mylio lokal auf deinen Geräten, nicht in der Cloud. Mylio betont zudem, dass deine Daten nicht für KI-Training verwendet werden.

SmartTags

SmartTags sind automatische KI-Beschriftungen für Objekte und Bildmerkmale, etwa Tiere, Gebäude, Fahrzeuge, Belichtung, Schärfe oder Farbe. Laut Handbuch erkennt Mylio über 1’000 Aktivitäten, Objekte und Bildeigenschaften. Mit einem Regler für die KI-Empfindlichkeit legst du fest, wie streng die Erkennung arbeitet.

Gesichtserkennung

Mylio erkennt Gesichter direkt auf deinen Geräten und legt pro Person ein intelligentes Album an. Laut Release-Notes wurde die Gesichtserkennung mit Version 24.7 im Dezember 2025 für mehr Tempo und Genauigkeit neu aufgebaut.

Dynamische Suche und Texterkennung

Die dynamische Suche kombiniert SmartTags, Text in Bildern, Gesichter, EXIF- und IPTC-Daten sowie Orte und schlägt beim Tippen passende Begriffe vor. Das Handbuch beschreibt dabei einen Abgleich von Begriffen. Auf der Marketingseite zeigt Mylio auch Suchen in ganzen Sätzen, ob die Suche Sätze wirklich versteht, ist im Handbuch aber nicht belegt.

Duplikate und Aufräumen

Mit DeDupe findet Mylio Duplikate, mit DeClutter hilft es beim Aufräumen. Laut Google Play ist DeDupe eine kostenpflichtige Funktion.

Was ist neu in Mylio Photos?

Mylio veröffentlicht regelmässig Updates. Die wichtigsten Neuerungen der letzten Monate laut Release-Notes:

  • Version 24.7 (Dezember 2025): Neu aufgebaute Gesichtserkennung für mehr Tempo und Genauigkeit, neue Modelle für die Texterkennung auf allen Betriebssystemen und die Geotagging-Funktion «Pin to Tag».
  • Version 24.8 (Juli 2026): Unterstützung für neue Sony-Kameras und JPEG-XL-DNG-Dateien.
  • Version 24.8 Build 7902 (August 2026): Fehlerbehebungen.

Die neu aufgebaute Gesichtserkennung und die verbesserte Texterkennung sind für die Suche besonders relevant. Mit der Texterkennung findest du Bilder anhand von Text, der auf Schildern, Dokumenten oder Plakaten sichtbar ist. Mit «Pin to Tag» kannst du Bildern nachträglich einen Ort zuweisen, was bei Kameras ohne GPS nützlich ist.

Grössere Veränderungen gab es in den letzten Jahren vor allem beim Preismodell. Der frühere Name «Mylio Photos+» wurde laut Preisseite offenbar durch Personal- und Business-Pläne ersetzt. Gleichzeitig sind die Preise deutlich gestiegen, wie der Abschnitt zu den Kosten zeigt. Wer ältere Tests liest, sollte deshalb beachten, dass dort genannte Preise und Planbezeichnungen überholt sind.

Mylio im Workflow mit Lightroom und anderen Programmen

Mylio schreibt laut Handbuch XMP-Begleitdateien mit Bewertungen, Keywords, Gesichtsmarkierungen und Orten. Bei JPG-, TIFF- und DNG-Dateien kann Mylio die Metadaten auch direkt in die Datei schreiben, allerdings nur auf Computern. Bei RAW-, HEIC-, PNG- und Videodateien nutzt Mylio ausschliesslich Begleitdateien.

Ein wichtiger Punkt für alle, die KI-Keywords in anderen Programmen nutzen wollen: SmartTags werden laut Handbuch nicht in XMP gespeichert. Du musst jeden gewünschten SmartTag manuell zu einem Keyword machen, erst dann wird er in die Datei geschrieben. Die KI-Verschlagwortung von Mylio bleibt also zunächst innerhalb von Mylio.

Für Umsteiger von Lightroom Classic gilt laut Handbuch: Keywords, Gesichtsmarkierungen, Sternebewertungen und Farbmarkierungen werden über XMP übernommen. Bearbeitungen aus dem Entwickeln-Modul kann Mylio nicht lesen, Flaggen und Sammlungen werden nicht importiert. Ein Lightroom-Plugin erstellt bearbeitete JPGs, die neben den Originalen angezeigt werden. Mehr zum Katalog findest du in Lightroom für Einsteiger.

Teste den Austausch deshalb vorab mit einigen Bildern, bevor du ein grosses Archiv zwischen Mylio und Lightroom hin und her bewegst.

Preise, Abo und Gratisversion

Mylio bietet eine Gratisversion und kostenpflichtige Abos. Die offizielle Preisseite zeigt aktuell keine Preise, sondern nur Angebotslinks. Die folgenden Angaben stammen von der Mylio-Supportseite und dem App Store:

AngebotPreisQuelle
Gratisversionkostenlos, Funktionsumfang 2026 nicht offiziell bestätigtMylio
Individual25 US-Dollar pro Monat oder 240 US-Dollar pro JahrMylio-Support
Business Pro40 US-Dollar pro Monat oder 480 US-Dollar pro JahrMylio-Support
Testversion7 Tage kostenlosMylio-Support
Geld-zurück-Garantie30 TageMylio-Support

Franken-Preise nennt Mylio nicht, im Schweizer App Store können die Beträge abweichen. Die Preise sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Laut Mylio kostete das Abo ab August 2024 noch 12.99 US-Dollar pro Monat. Im März 2025 folgte laut Mylio-CEO eine Umstellung auf 20 US-Dollar pro Monat, heute sind es 25 US-Dollar. Laut einer Mitteilung von 2023 hatte die Gratisversion damals keine Bildlimite und enthielt Suche und SmartTags, aber keine Synchronisation und kein DeDupe. Ob das 2026 noch gilt, prüfst du am besten direkt in der App.

Systemanforderungen und Limiten

Laut Handbuch und App Store gelten folgende Anforderungen:

  • Windows: Windows 10 (21H2) oder neuer, 64 Bit, oder Windows 11
  • macOS: Mac-Version verfügbar, konkrete Mindestversion nicht verifiziert
  • iPhone und iPad: iOS beziehungsweise iPadOS 13.0 oder neuer, zudem Apple Vision Pro
  • Android: App im Google Play Store
  • Sprachen: unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch

Eine Limite ergibt sich aus dem Peer-to-Peer-Ansatz: Laut Shotkit müssen die Geräte eingeschaltet sein, damit sie synchronisieren. Shotkit nennt zudem eine teils verwirrende Einrichtung und ungenaue Zeitangaben beim Import. Digital Camera World kritisierte 2023 die begrenzten Bearbeitungsfunktionen ohne Stempel und Masken sowie einen Absturz bei in Apple Fotos bearbeiteten Bildern. Die Nutzerbewertungen sind gemischt: Im Google Play Store liegt die App bei rund 2.5 Sternen, im US-App-Store bei 3.9 von 5 Sternen. Beachte, dass die unabhängigen Tests älter sind.

Für die KI-Analyse auf dem Smartphone solltest du zudem genügend freien Speicher und Akkulaufzeit einplanen.

Vor- und Nachteile von Mylio Photos

Die folgende Übersicht fasst Herstellerangaben, Handbuch und unabhängige Tests zusammen.

VorteileNachteile
Läuft auf Windows, macOS, iOS und AndroidDeutliche Preiserhöhungen in den letzten Jahren
KI-Analyse lokal, keine Nutzung für KI-TrainingSmartTags werden nicht automatisch in XMP geschrieben
Synchronisation ohne Cloud-ZwangGeräte müssen für die Synchronisation eingeschaltet sein
SmartTags mit über 1’000 Begriffen, TexterkennungUmfang der Gratisversion 2026 unklar
Gesichtserkennung, DuplikatsucheGemischte Nutzerbewertungen, besonders unter Android
Import aus Google Fotos, Apple Fotos und Social MediaUnabhängige Tests sind älter als die aktuelle Version
App auf Deutsch, Gratisversion vorhandenBegrenzte Bearbeitungsfunktionen

Die grösste Stärke von Mylio ist der geräteübergreifende Ansatz. Kein anderes Tool in dieser Reihe verbindet Computer und Smartphone so konsequent und kommt dabei ohne Cloud-Zwang aus. Die grösste Schwäche für die Frage nach KI-Keywords ist der Umgang mit SmartTags: Sie bleiben in Mylio, solange du sie nicht einzeln in Keywords umwandelst. Wer die KI-Keywords in Lightroom oder Capture One nutzen will, hat damit Zusatzaufwand.

Für wen lohnt sich Mylio Photos?

Mylio Photos lohnt sich vor allem für Anwender, deren Bilder auf vielen Geräten verteilt sind und die eine zentrale Bibliothek ohne grosse Cloud-Anbieter wollen. Typische Anwender sind:

  • Privatpersonen und Familien, die Smartphone-Bilder, Laptop-Archive und Google-Fotos-Exporte zusammenführen wollen.
  • Hobbyfotografen, die ihre Bilder auf Computer und Smartphone gleichzeitig verfügbar haben möchten.
  • Datenschutzbewusste Nutzer, die eine lokale KI-Analyse und eine Synchronisation ohne Cloud-Zwang suchen.
  • Umsteiger aus Google Fotos oder iCloud, die unabhängiger werden wollen.

Weniger geeignet ist Mylio für Profis, die KI-Keywords automatisch in Lightroom oder Capture One übernehmen wollen. Hier sind Excire Search oder Excire Foto direkter. Mehr dazu im Review zu Excire Search. Auch für ein reines Archiv auf einem Computer, etwa wie meine Fotos aus Luzern, spielt Mylio seinen Hauptvorteil kaum aus. Wer die laufenden Kosten scheut, sollte zudem die Abopreise mit Einmalkauf-Lösungen und dem kostenlosen digiKam vergleichen.

Nutze die 7-tägige Testversion, um die Synchronisation mit deinen eigenen Geräten zu prüfen.

Alternativen zu Mylio Photos

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Alternativen mit ihren Unterschieden.

SoftwarePlattformSchwerpunktPreismodell
Excire Foto 2027Mac, WindowsKI-Keywords, Freitextsuche, CullingEinmalkauf
digiKamMac, Windows, LinuxOpen Source mit Auto-Tagskostenlos
Peaktonur MacKI-Suche über mehrere KatalogeAbo oder Lifetime
Lightroom ClassicMac, WindowsVerwaltung und BearbeitungAbo
Excire Search 2026Plugin für Lightroom ClassicKI-Suche im Lightroom-KatalogEinmalkauf

Excire Foto bietet eine starke KI-Suche zum Einmalkauf, aber keine Smartphone-Apps. digiKam ist kostenlos, erfordert aber Einarbeitung, mehr im digiKam-Review. Peakto eignet sich für Mac-Nutzer mit Bildern in vielen Programmen, Details im Peakto-Review. Lightroom Classic bietet Gesichtserkennung, aber keine KI-Keywords, mehr im Lightroom-Classic-Review. Teste zwei Kandidaten mit denselben Bildern, bevor du entscheidest.

Wichtig bei der Wahl ist vor allem die Frage, ob du dein Smartphone einbinden willst. Wenn ja, ist Mylio in dieser Reihe fast konkurrenzlos. Wenn nein, bieten die anderen Tools oft mehr KI-Funktionen für weniger laufende Kosten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Mylio Photos kostenlos?

Es gibt eine Gratisversion. Die volle Funktionalität mit Synchronisation und Duplikatsuche kostet laut Mylio-Support 25 US-Dollar pro Monat oder 240 US-Dollar pro Jahr. Eine Testversion gibt es für 7 Tage.

Werden meine Fotos bei Mylio in die Cloud hochgeladen?

Nein, nicht zwingend. Die KI-Analyse läuft lokal auf deinen Geräten, die Synchronisation erfolgt Peer-to-Peer direkt zwischen den Geräten. Verschlüsselter Cloud-Speicher ist optional.

Kann Mylio Photos Bilder automatisch verschlagworten?

Ja. Mylio vergibt automatisch SmartTags für über 1’000 Aktivitäten, Objekte und Bildeigenschaften. Diese werden aber nicht automatisch in XMP gespeichert, sondern müssen einzeln zu Keywords gemacht werden.

Ist Mylio mit Lightroom kompatibel?

Teilweise. Keywords, Gesichtsmarkierungen, Bewertungen und Farbmarkierungen werden über XMP übernommen. Bearbeitungen, Flaggen und Sammlungen aus Lightroom Classic übernimmt Mylio nicht.

Gibt es Mylio Photos auf Deutsch?

Ja. Die App ist seit Juli 2022 auf Deutsch verfügbar, neben Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und weiteren Sprachen.

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