Viele Fotografinnen und Fotografen arbeiten nicht nur mit einem Programm. Ein Teil der Bilder liegt im Lightroom-Katalog, ein anderer in Capture One, dazu kommen Apple Fotos, Luminar und lose Ordner auf externen Festplatten. Genau für dieses Durcheinander wurde Peakto entwickelt. Die Mac-Software der französischen Firma CYME liest bestehende Kataloge aus, analysiert die Bilder per KI und macht alles an einem Ort durchsuchbar. Ich bin bei meiner Suche nach Tools, die Bilder per KI verschlagworten, auf Peakto gestossen.
Zur Transparenz: Ich habe Peakto nicht über längere Zeit selbst im Einsatz. Dieser Review stützt sich auf Herstellerangaben, den Mac-App-Store-Eintrag, die CYME-Support-Dokumentation und unabhängige Testberichte. Wichtig: Die meisten unabhängigen Tests beziehen sich auf ältere Versionen. Alle Angaben gelten für Peakto 2.7 (Stand September 2026), die Quellen sind im Text verlinkt.
Peakto ist Teil meiner Reihe zu KI-Tools für die Bildverwaltung. Einen Vergleich mit einer Windows-tauglichen Alternative findest du in meinem Review zu Excire Foto 2027.
Was ist Peakto?
Peakto ist eine KI-gestützte Medienverwaltung für den Mac. Anders als klassische Bildverwaltungen will Peakto deine bestehenden Programme nicht ersetzen, sondern verbindet sie. Die Software liest laut CYME Kataloge und Bibliotheken aus Lightroom, Capture One, Luminar Neo, Apple Fotos, Photoshop, DxO, ON1, Topaz, Pixelmator, Aperture, Premiere Pro und Final Cut Pro sowie normale Ordner. Seit den Versionen 2.5 und 2.7 kamen laut Update-Seite auch Affinity und Nitro dazu.
Aus all diesen Quellen entsteht ein zentraler Katalog, den du per KI durchsuchen kannst. Die Analyse läuft laut Produktseite lokal auf deinem Mac, es wird nichts hochgeladen. Über eine Web-App kannst du zusätzlich aus jedem Browser auf deinen Katalog zugreifen, die Datenbank bleibt dabei auf deinem Rechner.
Die aktuelle Version ist laut Mac App Store die 2.7.10, erschienen am 24. Juni 2026. Peakto läuft ausschliesslich auf macOS. Windows-Nutzer müssen auf Alternativen ausweichen.
Für Fotografen mit mehreren Programmen ist dieser verbindende Ansatz das zentrale Argument für Peakto.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick
Peakto kombiniert KI-Analyse mit klassischen Verwaltungsfunktionen. Die wichtigsten Bereiche im Überblick:
KI-Keywords und Suche in natürlicher Sprache
Peakto schlägt laut CYME automatisch Keywords vor und erlaubt eine Suche in natürlicher Sprache. Zusätzlich gibt es eine Ähnlichkeitssuche anhand eines Beispielbilds und eine Farbanalyse. Bei Videos durchsucht Peakto auch automatisch erstellte Transkripte.
Gesichtserkennung
Die Software erkennt Gesichter und gruppiert Bilder nach Personen. Seit Version 2.5 kannst du Gesichter zusätzlich manuell markieren, was bei schwierigen Aufnahmen hilft.
Duplikate und KI-Culling
Version 2.6 brachte laut CYME-Blog eine KI-Duplikatsuche über alle Kataloge, lokale Laufwerke, externe Festplatten und NAS hinweg. Dazu kam ein KI-Culling mit Kriterien wie offenen Augen oder Lächeln.
Karte, Timeline und Export
Weitere Funktionen sind laut App-Store-Eintrag eine Kartenansicht, eine Zeitleiste und ein Stapelexport.
Video und Zusammenarbeit
Peakto verwaltet auch Videos in Formaten wie MP4, MOV und MXF, erzeugt Proxys und exportiert Clips an Final Cut Pro, Premiere und DaVinci. In der Pro-Version gibt es Zusammenarbeit im Team und Freigabelinks für Gäste.
Was ist neu in Peakto 2.6 und 2.7?
CYME entwickelt Peakto in kurzen Abständen weiter. Die beiden letzten grösseren Versionen laut Update-Seite bringen folgende Neuerungen:
- Peakto 2.6 (Januar 2026): KI-Duplikatsuche über alle Kataloge und Speicherorte, KI-Culling mit Kriterien wie offenen Augen und Lächeln, Plugin für Premiere Pro, Fehlerkorrekturen für macOS Tahoe.
- Peakto 2.7 (Februar 2026): Arbeitsbereiche für Nitro und Affinity, ein Freigabe-Workflow für Teams (Pro-Version), Wiedergabe von RAW-Videos der Nikon ZR und von RED.
- Peakto 2.7.10 (Juni 2026): klarere Oberfläche und mehr Stabilität bei der Verarbeitung vieler Videos.
Frühere Versionen haben die Software ebenfalls deutlich verändert. Mit Version 2.4 im Juni 2025 kamen die Pro-Version, die Zusammenarbeit über die Web-App und die deutsche Oberfläche. Version 2.5 im Oktober 2025 ergänzte manuelle Gesichtsmarkierung, Freigabelinks und Video-Proxys. Für dich als Anwender bedeutet das: Kritik aus älteren Tests, etwa zum fehlenden Fernzugriff, ist teilweise überholt. Andere Punkte wie die Qualität der KI-Keywords solltest du in der Testphase selbst prüfen, weil es für die aktuellen Versionen kaum unabhängige Praxistests gibt.
Peakto im Workflow mit Lightroom und Capture One
Die zentrale Frage bei Peakto lautet: Kommen die KI-Keywords zurück in deine eigentlichen Programme? Laut CYME-Support ja, allerdings mit Einschränkungen. Peakto schreibt Keywords, Bewertungen, Farbmarkierungen und Gesichter in XMP-Begleitdateien und bei Nicht-RAW-Dateien optional direkt in die Datei.
Bei Lightroom Classic passiert die Übernahme nicht automatisch. Du musst in Lightroom den Ordner synchronisieren oder die Metadaten von der Festplatte einlesen. Virtuelle Kopien können keine Anmerkungen empfangen. In einem Forumsbeitrag bei Lightroom Queen berichtet ein Nutzer von Metadatenkonflikten und fehlenden Keywords in Lightroom. Das ist eine Einzelmeldung, zeigt aber, dass du den Ablauf vorher testen solltest.
Capture One übernimmt XMP-Änderungen laut CYME automatisch, wenn die vollständige Synchronisation aktiviert ist. Der XMP-Abgleich funktioniert nur bei sogenannten überwachten Ordnern. Ob Peakto auch in Apple Fotos zurückschreiben kann, ist nicht dokumentiert. Mehr zum Lightroom-Katalog findest du in Lightroom für Einsteiger.
Plane für die Einrichtung etwas Zeit ein und prüfe den Rückweg der Keywords mit einem Testordner, bevor du ganze Archive bearbeitest.
Preise, Abo und Testversion
Peakto gibt es laut CYME in den Versionen Standard, Professional und Enterprise. Abgerechnet wird monatlich, jährlich (rund 20 Prozent günstiger) oder für zwei Jahre (rund 40 Prozent günstiger). Alle Versionen erlauben eine unbegrenzte Anzahl an Medien.
| Angebot | Preis | Quelle |
|---|---|---|
| Standard im Mac App Store | 14.99 US-Dollar pro Monat oder 144.99 US-Dollar pro Jahr | Mac App Store |
| Standard Lifetime-Lizenz | 270 US-Dollar, inklusive ein Jahr grössere Updates, ohne Testphase | PetaPixel (Januar 2026), CYME |
| Professional | laut PetaPixel ab 25 US-Dollar pro Monat und Nutzer | PetaPixel |
| Enterprise | Preis auf Anfrage | CYME |
| Testversion | 7 Tage für die Abo-Versionen | CYME, Mac App Store |
Die offizielle Preisseite von CYME lädt die Preise je nach Land und Mehrwertsteuer dynamisch. Einen Franken-Preis konnte ich nicht verifizieren, prüfe den Preis für die Schweiz deshalb direkt beim Kauf. Die Standard-Version enthält kein Premiere-Plugin, keine Zusammenarbeit und keine Gästelinks. Diese Funktionen sind der Professional-Version vorbehalten. Die Lifetime-Lizenz gibt es nur für die Standard-Version, sie umfasst ein Jahr grössere Updates und lässt sich vorher nicht testen. Nutze deshalb zuerst die 7-tägige Testphase eines Abos, bevor du dich für die Lifetime-Variante entscheidest.
Systemanforderungen und Limiten
Laut Mac App Store gelten folgende Anforderungen:
- Betriebssystem: macOS 12.4 oder neuer
- Prozessor: optimiert für Apple Silicon (M1, M2, M3 und neuer), Intel-Macs nur mit leistungsfähiger Grafikkarte
- Grösse der App: rund 346 MB
- Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Japanisch und Spanisch
- Plattform: nur Mac, kein Windows
Die grösste Limite ist die Plattform: Wer mit Windows arbeitet, kann Peakto nicht nutzen. Ältere Tests nennen zudem weitere Schwächen. Phoblographer bewertete Version 1.3.5 im Jahr 2023 mit 2 von 5 Punkten und kritisierte ein langsames Einlesen, niedrig aufgelöste Vorschauen, unzuverlässige KI-Keywords und eine ungenaue Gesichtserkennung. Fstoppers nannte 2023 langsames Einlesen grosser Bibliotheken und gelegentliche Fehlerkennungen. Seither hat sich die Software stark verändert, unabhängige Praxistests der Versionen 2.6 und 2.7 habe ich aber keine gefunden. Die Qualität der Keywords solltest du also selbst prüfen.
Plane das erste Einlesen grosser Kataloge deshalb mit genügend Zeit ein und prüfe die Ergebnisse stichprobenartig.
Vor- und Nachteile von Peakto
Die folgende Übersicht fasst Herstellerangaben und unabhängige Tests zusammen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Verbindet Kataloge aus vielen Programmen an einem Ort | Nur für Mac erhältlich |
| KI-Analyse lokal, nichts wird hochgeladen | Abo-Modell, Lifetime nur für Standard |
| Suche in natürlicher Sprache, Ähnlichkeits- und Farbsuche | Übernahme der Keywords in Lightroom nicht automatisch |
| Duplikatsuche über alle Speicherorte inklusive NAS | Ältere Tests kritisieren die Keyword-Qualität |
| Starke Videofunktionen mit Transkripten | Kaum unabhängige Tests der aktuellen Version |
| Web-Zugriff ohne Cloud-Speicher | Lifetime-Lizenz ohne Testphase |
| Oberfläche auf Deutsch, unbegrenzte Medienanzahl | Professional-Funktionen deutlich teurer |
Die grösste Stärke von Peakto ist der übergreifende Ansatz. Kein anderes Tool in dieser Reihe liest so viele verschiedene Kataloge aus. Wer über die Jahre mehrere Programme genutzt hat, bekommt damit endlich eine gemeinsame Suche. Shotkit weist allerdings darauf hin, dass Peakto bei kleinen Sammlungen wenig bringt und mit experimentellen Arbeiten wie Filmscans Mühe hat. Der grösste Nachteil ist die Bindung an den Mac.
Wer ausschliesslich auf dem Mac arbeitet, bekommt aber ein sehr umfassendes Werkzeug.
Für wen lohnt sich Peakto?
Peakto lohnt sich vor allem für Mac-Nutzer, deren Bilder über mehrere Programme und Laufwerke verteilt sind. Typische Anwender sind:
- Fotografen mit gewachsener Softwarelandschaft, etwa alten Aperture-Bibliotheken, Lightroom-Katalogen und Capture-One-Sessions.
- Foto- und Videografen, die Bilder und Clips gemeinsam verwalten und Videos über Transkripte durchsuchen wollen.
- Teams und Agenturen, die mit der Professional-Version gemeinsam auf ein Archiv zugreifen.
- Datenschutzbewusste Anwender, die eine lokale KI-Analyse ohne Cloud-Upload wollen.
Für ein Archiv mit Bildern aus vielen Jahren, wie bei meinen Fotos aus Luzern, ist gerade die übergreifende Duplikatsuche interessant.
Weniger geeignet ist Peakto für Windows-Nutzer, für kleine Sammlungen und für alle, die ausschliesslich mit Lightroom Classic arbeiten. Im letzten Fall ist ein Plugin wie Excire Search oft die direktere Lösung, weil die Keywords ohne Umweg im Katalog landen. Mehr dazu in meinem Review zu Excire Search. Wer ein Abo grundsätzlich vermeiden will, findet mit Excire Foto oder dem kostenlosen digiKam Alternativen mit Einmalkauf oder ohne Kosten.
Alternativen zu Peakto
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Alternativen mit ihren Unterschieden.
| Software | Plattform | Schwerpunkt | Preismodell |
|---|---|---|---|
| Excire Foto 2027 | Mac, Windows | KI-Verwaltung mit Keywords und Culling | Einmalkauf |
| Excire Search 2026 | Plugin für Lightroom Classic | KI-Suche direkt im Lightroom-Katalog | Einmalkauf |
| digiKam | Mac, Windows, Linux | Open Source mit Auto-Tags und Gesichtserkennung | kostenlos |
| Mylio Photos | Mac, Windows, iOS, Android | Geräteübergreifende Verwaltung mit KI-Tags | Gratisversion und Abo |
| Lightroom Classic | Mac, Windows | Verwaltung und Bearbeitung | Abo |
Excire Foto ist die naheliegende Alternative für alle, die auch unter Windows arbeiten oder ein Abo vermeiden wollen. digiKam ist kostenlos und bietet seit einigen Versionen ebenfalls KI-Tags, erfordert aber mehr Einarbeitung. Details in meinem digiKam-Review. Mylio Photos setzt auf die Synchronisation zwischen Computer und Smartphone, mehr dazu im Mylio-Review. Teste am besten zwei Kandidaten mit denselben Bildern.
Am meisten profitierst du von Peakto, wenn du mehrere Programme parallel nutzt. Arbeitest du nur mit einem Programm, reicht oft dessen eigene Verwaltung oder ein passendes Plugin. Für reine Windows-Umgebungen scheidet Peakto ohnehin aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gibt es Peakto für Windows?
Nein. Peakto ist eine reine Mac-Software und setzt macOS 12.4 oder neuer voraus. Über die Web-App kannst du zwar aus jedem Browser auf deinen Katalog zugreifen, die Software selbst läuft aber nur auf dem Mac.
Ist Peakto ein Abo?
Grundsätzlich ja. Peakto gibt es als Monats-, Jahres- oder Zweijahresabo. Für die Standard-Version bietet CYME zusätzlich eine Lifetime-Lizenz an, die ein Jahr grössere Updates enthält.
Werden meine Bilder bei Peakto in die Cloud geladen?
Nein. Laut Hersteller läuft die KI-Analyse lokal auf deinem Mac und es wird nichts hochgeladen. Auch der Web-Zugriff funktioniert ohne Cloud-Speicher, die Datenbank bleibt auf deinem Rechner.
Kann Peakto Keywords an Lightroom übergeben?
Ja, über XMP-Begleitdateien. Lightroom Classic übernimmt die Keywords aber nicht automatisch. Du musst den Ordner synchronisieren oder die Metadaten von der Festplatte einlesen.
Kann ich Peakto kostenlos testen?
Ja. Die Abo-Versionen lassen sich 7 Tage kostenlos testen. Die Lifetime-Lizenz hat keine Testphase, daher lohnt sich zuerst ein Test über die Abo-Variante.