Claude Business: Budget und Preise für Fotografen

von Roman Beer
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Laptop mit Budget-Tabelle und Diagrammen neben Kamera, Taschenrechner und Münzen

Viele Fotografinnen und Fotografen setzen ihre Preise nach Gefühl oder danach, was die Konkurrenz verlangt. Das Ergebnis sehe ich immer wieder: volle Agenda, aber am Jahresende bleibt erstaunlich wenig übrig. Der Grund ist fast immer derselbe – die Kosten und die nicht verrechenbaren Stunden wurden unterschätzt.

Claude ersetzt keine Treuhänderin und keine Buchhaltung. Aber Claude hilft dir, deine Zahlen zu strukturieren, realistische Preise zu berechnen und neue Geschäftsideen durchzudenken, bevor du Geld investierst. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das konkret aussieht.

Der Beitrag gehört zum Special Claude für Fotografen. Wie du aus deinen Preisen eine fertige Offerte machst, liest du im Leitfaden Offerte schreiben mit Claude.

Wo Claude im Fotobusiness hilft

AufgabeWas Claude liefert
Stundensatz berechnenStrukturierte Rechnung aus Wunschlohn, Kosten und verrechenbaren Stunden
JahresbudgetExcel-Datei mit Formeln, die du selbst weiterpflegst
Preisliste und PaketePaketvorschläge mit klarer Abgrenzung
Neue Angebote prüfenAnnahmen, Risiken, Break-even-Rechnung
AkquiseZielkundenliste, Pitch-Mails, Gesprächsvorbereitung

Stundensatz realistisch berechnen

Die zentrale Frage lautet nicht «Was verlangen andere?», sondern «Was muss ich verlangen, damit mein Business funktioniert?». Dafür brauchst du drei Zahlen: deinen gewünschten Jahreslohn, deine jährlichen Geschäftskosten inklusive Sozialversicherungen und Vorsorge sowie die Zahl der Stunden, die du tatsächlich verrechnen kannst.

Gerade der letzte Punkt wird unterschätzt. Akquise, Offerten, Bildbearbeitung, Buchhaltung, Weiterbildung und Social Media sind Arbeitszeit, die dir niemand direkt bezahlt.

Beispielrechnung

Die folgenden Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel, keine Empfehlung. Setze deine eigenen Werte ein.

PositionBetrag
Gewünschter JahreslohnCHF 70’000
Geschäftskosten (Ausrüstung, Software, Versicherungen, Auto, Studio)CHF 20’000
Sozialversicherungen und VorsorgeCHF 15’000
Benötigter UmsatzCHF 105’000
Arbeitsstunden pro Jahr (46 Wochen à 40 Stunden)1840 Stunden
Davon verrechenbar (ca. 45 Prozent)ca. 830 Stunden
Stundensatzca. CHF 127

Wichtig: In diesem Beispiel liegt der Umsatz über CHF 100’000. Ab dieser Grenze bist du in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig – die Mehrwertsteuer kommt dann zusätzlich auf deine Preise. Kläre solche Fragen mit einer Treuhänderin oder einem Treuhänder.

Prompt-Vorlage für deinen Stundensatz

Hilf mir, meinen Stundensatz als selbständiger Fotograf in der Schweiz zu berechnen.
Stell mir nacheinander Fragen zu: gewünschtem Jahreslohn, Ferienwochen,
Geschäftskosten (frag nach einzelnen Kategorien), Sozialversicherungen und Vorsorge
sowie meinem Zeitaufwand für nicht verrechenbare Arbeit.
Rechne am Schluss Schritt für Schritt vor und zeig mir, wie sich der Satz verändert,
wenn ich 10 Prozent mehr oder weniger Stunden verrechnen kann.
Weise mich auf Punkte hin, die ich mit einer Treuhandstelle klären sollte.

Die schrittweise Rechnung ist wichtig: So kannst du jede Zahl nachvollziehen und Fehler erkennen. Prüfe das Ergebnis trotzdem mit dem Taschenrechner.

Jahresbudget als Excel mit Claude

Claude kann Excel-Dateien mit Formeln erstellen, die du herunterlädst und selbst weiterführst. Für ein Fotografen-Budget bewährt sich diese Struktur:

  • Einnahmen nach Bereich: zum Beispiel Business-Porträts, Hochzeiten, Events, Workshops, Bildverkauf
  • Fixkosten pro Monat: Studio, Versicherungen, Software-Abos, Telefon, Website
  • Investitionen: Kamera, Objektive, Computer – mit Abschreibung über mehrere Jahre
  • Monatsübersicht: Soll und Ist nebeneinander, Differenz automatisch berechnet
Erstelle mir eine Excel-Datei für mein Jahresbudget als Fotograf.
Blätter: Einnahmen, Fixkosten, Investitionen, Übersicht.
Monate Januar bis Dezember als Spalten, Soll- und Ist-Werte getrennt.
Verwende Formeln für Summen und Differenzen, keine fixen Werte.
Trag Beispielwerte ein und markiere sie gelb, damit ich sie ersetzen kann.

Teste die Formeln nach dem Download, indem du einzelne Werte änderst. Ein häufiger Fehler bei generierten Tabellen sind Bezüge, die nicht über alle Monate reichen.

Preisliste und Pakete

Pakete machen es Kunden leichter, sich zu entscheiden, und schützen dich vor endlosen Einzelverhandlungen. Gib Claude deinen Stundensatz und deinen Zeitaufwand pro Auftragsart, und lass dir drei Pakete vorschlagen, zum Beispiel Basis, Standard und Premium.

Achte darauf, dass jedes Paket klar abgegrenzt ist: Shooting-Dauer, Anzahl bearbeiteter Bilder, Nutzungsrechte, Lieferzeit. Eine Orientierung, wie Kunden über Fotografenpreise denken, gibt der Beitrag Was kostet ein professioneller Fotograf?.

Business Development: Neue Angebote prüfen

Du überlegst, Workshops anzubieten, ein eBook zu schreiben oder Wall Art zu verkaufen? Bevor du Zeit und Geld investierst, kann Claude die Idee mit dir durchrechnen und kritisch hinterfragen.

Ich überlege, [neues Angebot] anzubieten. Prüfe die Idee kritisch:
1. Welche Annahmen stecken darin, und welche davon sind am unsichersten?
2. Was kostet der Start, und wie viele Verkäufe brauche ich bis zum Break-even?
3. Welche Risiken siehst du?
4. Wie kann ich die Nachfrage mit wenig Aufwand testen, bevor ich investiere?
Rechne mit diesen Zahlen: [Preis, Kosten, Zeitaufwand].

Mit aktivierter Websuche kann Claude zusätzlich recherchieren, welche ähnlichen Angebote es in deiner Region bereits gibt. Prüfe die gefundenen Quellen selbst, bevor du Entscheidungen darauf stützt.

Akquise: Zielkunden und Pitch-Mails

Für das Business-Segment lohnt sich gezielte Akquise. Claude kann dir helfen, Zielbranchen einzugrenzen, eine Liste typischer Anlässe für Fotoshootings zu erstellen und persönliche Erstkontakt-Mails zu formulieren. Gib dafür immer an, was du über das Unternehmen weisst – etwa einen neuen Standort, ein Jubiläum oder veraltete Team-Fotos auf der Website. Generische Massenmails bringen erfahrungsgemäss wenig.

Was Claude nicht ersetzt

  • Treuhand und Steuern: Mehrwertsteuer, AHV-Beiträge, Abschreibungen und Steuerfragen gehören zu einer Fachperson.
  • Rechtliche Fragen: AGB, Verträge und Nutzungsrechte sollten juristisch geprüft sein.
  • Rechenfehler: Claude kann sich verrechnen. Prüfe jede Zahl, bevor du sie in eine Offerte oder ein Budget übernimmst.
  • Marktkenntnis: Claude kennt deine lokalen Kunden nicht. Dein Wissen über den Markt bleibt die wichtigste Grundlage.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie berechne ich als Fotograf meinen Stundensatz?

Addiere Wunschlohn, Geschäftskosten sowie Sozialversicherungen und Vorsorge zum benötigten Jahresumsatz. Teile diesen durch die Stunden, die du tatsächlich verrechnen kannst – oft weniger als die Hälfte deiner Arbeitszeit.

Kann Claude eine Budget-Tabelle in Excel erstellen?

Ja. Claude erstellt Excel-Dateien mit Formeln für Summen und Differenzen, die du herunterlädst und selbst weiterführst. Prüfe die Formeln nach dem Download.

Ab wann muss ich als Fotograf Mehrwertsteuer abrechnen?

In der Schweiz wirst du in der Regel ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000 mehrwertsteuerpflichtig. Kläre die Details für deine Situation mit einer Treuhandstelle.

Ersetzt Claude meine Treuhänderin?

Nein. Claude hilft beim Strukturieren und Durchrechnen. Steuern, Sozialversicherungen und rechtliche Fragen gehören zu einer Fachperson.

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