Claude Marketing: Social Media für Fotografen

von Roman Beer
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Smartphone mit Social-Media-Bildraster, Kamera, Kaffee und Content-Kalender auf Holztisch

Fotografieren ist das eine. Darüber reden das andere. Viele Fotografinnen und Fotografen, die ich kenne, haben starke Bilder auf der Festplatte, aber einen Instagram-Account, der seit Wochen still ist. Nicht aus Faulheit, sondern weil Texte schreiben, Posts planen und Newsletter verschicken Zeit kostet, die nach den Shootings und der Bildbearbeitung schlicht fehlt.

Claude ist für diese Art Arbeit gemacht: Texte entwerfen, umformulieren, kürzen, in mehrere Formate übertragen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Claude so einrichtest, dass die Texte nach dir klingen – und nicht nach generischer KI.

Der Beitrag gehört zum Special Claude für Fotografen. Für die Grundlagen zu Projekten und Plänen lies zuerst Claude für Fotografen: Was die KI wirklich kann.

Wofür Claude im Fotografen-Marketing taugt

AufgabeWas Claude liefertWas du beisteuerst
Instagram- und LinkedIn-PostsCaption, Hashtag-Vorschläge, VariantenBild, Kontext zum Shooting
Content-PlanThemen und Formate für einen MonatDeine Angebote, Termine, Saison
BlogartikelGliederung, Rohtext, FAQFachwissen, eigene Erfahrungen
NewsletterBetreff, Text, AufbauNeuigkeiten, Angebot
Antworten auf Google-BewertungenPersönliche, kurze AntwortenDie Bewertung, Details zum Auftrag

Was Claude nicht macht: selbständig auf deinen Kanälen posten. Du kopierst die Texte in Instagram, LinkedIn oder dein Newsletter-Tool. Für Grafiken kannst du Claude mit Canva verbinden – dann entstehen aus deinen Texten direkt Designs in deinem Canva-Konto, die du dort fertig gestaltest.

Projekt einrichten: Deine Stimme festhalten

Der grösste Fehler bei KI-Texten ist, jedes Mal bei null anzufangen. Lege stattdessen in Claude ein Projekt «Marketing» an und hinterlege dort einmal alles, was deine Kommunikation ausmacht:

  • Eine kurze Beschreibung deines Angebots und deiner Region
  • Deine Zielgruppen, zum Beispiel KMU, Paare oder Hobbyfotografen
  • Drei bis fünf deiner besten bisherigen Posts oder Texte als Stilbeispiele
  • Regeln zur Sprache: Du oder Sie, Schweizer Hochdeutsch mit ss, Emojis ja oder nein
  • Wörter, die du nie verwenden willst

Vorlage für die Projekt-Anweisung

Du bist mein Marketing-Assistent. Ich bin Fotograf in [Region] und fotografiere [Schwerpunkte].
Meine Zielgruppe: [Zielgruppen].
Schreibe auf Schweizer Hochdeutsch (ss statt ß), in der [Du/Sie]-Form.
Stil: direkt, persönlich, fachlich fundiert. Keine Werbefloskeln, keine Superlative.
Verwende diese Wörter nie: [z. B. atemberaubend, unvergesslich, magisch].
Orientiere dich am Stil der hochgeladenen Beispieltexte.
Erfinde keine Fakten über Kunden, Orte oder Shootings. Frag nach, wenn Infos fehlen.

Die Liste der verbotenen Wörter wirkt unscheinbar, macht aber einen grossen Unterschied. Genau diese Wörter lassen Texte austauschbar klingen.

Instagram-Captions aus dem Bild

Lade das Bild direkt in den Chat und gib zwei, drei Sätze Kontext dazu. Claude sieht das Bild und kann die Caption darauf abstimmen.

Schreib eine Instagram-Caption zu diesem Bild.
Kontext: [z. B. Business-Porträts für eine Treuhandfirma in Luzern, Shooting im Büro].
Aufbau: erste Zeile als Hook, dann 2–3 kurze Absätze, am Schluss eine Frage an die Community.
Max. 1000 Zeichen. Danach 10 Hashtags, gemischt aus lokal und thematisch.
Gib mir zwei Varianten: eine sachliche und eine persönliche.

Bei Kundenbildern gilt: Poste nur, was du mit dem Kunden vereinbart hast, und nenne Namen nur mit Zustimmung.

Content-Plan für einen Monat

Statt jeden Tag zu überlegen, was du posten sollst, lässt du Claude einen Plan erstellen. Gib dafür deine Rahmenbedingungen an: Wie oft willst du posten, welche Angebote stehen im Fokus, welche Termine oder Saisonthemen stehen an?

Erstelle einen Content-Plan für [Monat] für Instagram.
Frequenz: 3 Posts pro Woche.
Fokus: [z. B. Bewerbungsfotos im Herbst, Weihnachtsgutscheine].
Mische diese Formate: Vorher-Nachher, Behind the Scenes, Tipp, Kundenstimme, Angebot.
Gib mir eine Tabelle: Datum | Format | Thema | Bildidee | Kernbotschaft.

Auf Wunsch erstellt Claude den Plan auch als Excel-Datei, die du herunterladen und weiterbearbeiten kannst.

Blogartikel und SEO

Für einen Fotografen-Blog kann Claude Gliederungen, Rohtexte und FAQ-Sektionen liefern. Entscheidend ist, dass deine eigene Erfahrung drinsteckt – genau das unterscheidet deinen Artikel von tausend anderen. Gib Claude deshalb Stichworte aus deiner Praxis mit: Was fragen Kunden immer wieder? Welche Fehler siehst du oft? Welche Location empfiehlst du und warum?

Ein bewährter Ablauf:

  1. Claude schlägt drei Titel, eine Meta-Description und eine Gliederung vor.
  2. Du gibst die Gliederung frei oder passt sie an.
  3. Claude schreibt den Artikel, inklusive FAQ.
  4. Du ergänzt eigene Erfahrungen, prüfst Fakten und setzt interne Links.

Mit Skills kannst du diesen Ablauf fest hinterlegen, sodass Claude bei jedem Artikel automatisch deine Struktur, deinen Stil und die FAQ-Vorgaben einhält. Wie Skills funktionieren, erkläre ich im Einstiegsartikel.

Newsletter und Kunden-Mails

Ein Newsletter ist für Fotografen oft der direkteste Weg zu Stammkunden, etwa vor Weihnachten oder vor der Hochzeitssaison. Claude hilft beim Aufbau, schreibt Betreffzeilen und kürzt zu lange Texte.

Schreib einen kurzen Newsletter an meine Bestandskunden.
Anlass: [z. B. Gutscheine für Familienshootings zu Weihnachten].
Länge: max. 200 Wörter. Ein klarer Call-to-Action.
Gib mir 5 Betreffzeilen zur Auswahl, max. 45 Zeichen.

Antworten auf Google-Bewertungen

Bewertungen zu beantworten, wirkt professionell und stärkt dein lokales Profil. Trotzdem bleibt es oft liegen. Kopiere die Bewertung in den Chat, nenne kurz den Auftrag und lass Claude eine Antwort vorschlagen. Lies sie vor dem Veröffentlichen immer durch und ergänze ein persönliches Detail – Kunden merken, ob eine Antwort aus der Schablone kommt.

Grenzen im Marketing

  • Fakten prüfen: Claude kann Details falsch wiedergeben, etwa Preise, Daten oder Ortsnamen.
  • Eigene Stimme: Ohne Beispiele und Regeln klingen Texte generisch. Investiere einmal Zeit in die Projekt-Einrichtung.
  • Keine Bildgenerierung: Claude erstellt selbst keine Fotos. Deine Bilder bleiben dein wichtigstes Marketing.
  • Plattformregeln: Hashtag-Trends und Algorithmen ändern sich schnell. Nimm Vorschläge als Ausgangspunkt, nicht als Garantie.

Wenn du deine Positionierung noch schärfen willst, bevor du Texte produzierst, lies den Beitrag Claude für Branding und Positionierung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann Claude Instagram-Posts für Fotografen schreiben?

Ja. Du lädst das Bild hoch, gibst kurz Kontext zum Shooting und erhältst Caption und Hashtag-Vorschläge. Posten musst du selbst, Claude veröffentlicht nicht direkt auf Instagram.

Wie klingen KI-Texte nach mir und nicht generisch?

Lege ein Projekt mit Stilbeispielen, Sprachregeln und einer Liste verbotener Wörter an. Je mehr eigene Texte Claude als Vorlage hat, desto näher kommt das Ergebnis an deinen Stil.

Kann Claude einen Content-Plan erstellen?

Ja. Mit Angaben zu Frequenz, Fokus-Angeboten und gewünschten Formaten erstellt Claude einen Monatsplan als Tabelle, auf Wunsch auch als Excel-Datei.

Erstellt Claude auch Grafiken für Social Media?

Claude generiert selbst keine Bilder. Mit dem Canva-Connector kann Claude aber Designs in deinem Canva-Konto anlegen, die du dort fertig gestaltest.

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